vWD

Was ist die von Willebrand-Erkrankung?
Die von Willebrand Erkrankung (vWD) ist eine Blutgerinnungsstörung von unterschiedlichem Schweregrad, die aus einem defekten oder gar fehlenden von Willebrand Faktor (vWF) im Blut resultiert. Der vWF ist ein wichtiger Faktor der Blutgerinnung. Der vWF hat die Funktion, den Faktor VIII im Blut zu stabilisieren und die Adhäsion der Thrombozyten an das Subendothel zu unterstützen. Ein fehlender oder defekter vWF hat zur Folge, dass betroffene Tiere bei Verletzungen sehr lange nachbluten und u.U. verbluten können.

Welche Formen der von Willebrand-Erkrankung gibt es?
Man unterscheidet drei verschiedene Formen dieser Erkrankung.
Typ 3 vWD ist die schwerste Form dieser Erkrankung. Diese Form wird autosomal-rezessiv d.h. verdeckt vererbt. Reinerbig betroffene Tiere (d.h. von beiden Elternteilen wurde ein betroffenes Gen geerbt) haben keinen nachweisbaren vWF im Blut. Schwere Blutungen machen Transfusionen nötig, um den fehlenden vWF zu ersetzen. Mischerbige Anlageträger (d.h. von einem Elternteil wurde eine Erbanlage geerbt) weisen mäßig reduzierte vWF-Spiegel auf, scheinen aber generell eine normale Blutgerinnung zu haben.

Welche Form der von Willebrand Krankheit (vWD) liegt beim Dobermann vor?
Dobermann ist von der Typ1 vWD betroffen, die autosomal-dominant mit extrem variabler Penetranz und Expressivität vererbt wird. Die Symptome der vWD sind verlängerte Blutungszeit und schwere Blutungen.

Wie wurden bisher Erkrankte oder Anlageträger ausfindig gemacht?
Bislang wurden erkrankte Scotch Terrier oder Anlageträger mittels eines vWF-Antigentests (ELISA) ermittelt. Diese Tests haben eine gewisse Schwankungsbreite in Abhängigkeit beispielsweise von Hormonspiegel, Impfung, Alter und verschiedenen anderen Faktoren. Während dieser Test von der Erkrankung betroffene Hunde relativ zuverlässig identifizieren kann, bereitet die Identifizierung von Anlageträgern, die die Erkrankung durch die Zucht unbemerkt in der Population verbreiten können, meist Probleme.
Wie kann ich Anlageträger oder von der von Willebrand-Erkrankung betroffene Hunde zuverlässig erkennen?

Vor kurzer Zeit wurde die genetische Ursache der vWD beim Scotch Terrier gefunden, was eine sehr sichere Unterscheidung von Anlageträgern, Gesunden und Erbkranken mittels DNA-Test möglich macht.

Wie funktioniert der DNA-Test und wie sicher ist er?
Zunächst wird aus einer Blutprobe die DNA, d.h. das Erbgut, des Hundes isoliert. Mittels der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion wird dann das betroffene Gen millionenfach vervielfältigt um es leichter analysieren zu können. Anschließend wird automatisch mit Hilfe eines sog. Genetic Analyzers die Erbsequenz gelesen.
Somit kann der Erbfehler direkt nachgewiesen werden und auch Anlageträger können sicher identifiziert werden. Da dieser Test vorwiegend maschinell durchgeführt wird, sind Laborfehler praktisch ausgeschlossen.

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